Im Rahmen des Geschichtsunterrichts unternahmen der 11er Leistungskurs sowie der 12er Grundkurs eine gemeinsame Exkursion in das mittelalterlich geprägte Herrstein. Ziel war es, Geschichte vor Ort erfahrbar zu machen und regionale Bezüge anschaulich zu vertiefen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Schmiedevorführung. Die Schülerinnen und Schüler erhielten spannende Einblicke in das Schmiedehandwerk und dessen Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle Schmiede für das alltägliche Leben, die Landwirtschaft, den Handel und die Kriegsführung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit spielten. Die Verbindung von handwerklicher Praxis, Technikgeschichte und sozialer Bedeutung machte diesen Programmpunkt besonders eindrucksvoll.
Im Anschluss folgte eine historische Führung durch den Ort Herrstein. Die gut erhaltenen Fachwerkhäuser und die enge Ortsstruktur vermittelten ein lebendiges Bild vom Leben in einer mittelalterlichen Siedlung. Dabei wurde auch die Geschichte der regionalen Herrschaft thematisiert, unter anderem die außergewöhnliche Loretta von Sponheim, die als eine der wenigen weiblichen Herrscherfiguren des Mittelalters für ihre politische Durchsetzungskraft bekannt ist.
Eine weitere Station der Exkursion war der Schinderhannesturm. Hier erfuhren die Kurse mehr über die Legenden und historischen Hintergründe rund um den berüchtigten Räuber Schinderhannes und seine Bedeutung für die regionale Erinnerungskultur.
Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, historische Inhalte aus dem Unterricht mit konkreten Orten, Personen und Handwerken zu verknüpfen. Geschichte wurde so nicht nur gehört oder gelesen, sondern unmittelbar erlebt – ein nachhaltiger Beitrag zum historischen Lernen und zur Wertschätzung regionaler Geschichte.
von unserer Autorin
Anna-Lisa Klein



