Geschichte zum Anfassen: Freiheit zwischen Mythos und Wirklichkeit


Am Mittwoch, den 28. Januar, nahmen die Geschichtskurse der Jahrgangsstufen 11 und 12 an einer besonderen historischen Veranstaltung unter der Leitung von Herrn Dr. Dr. Scheibe und Herrn Kirsch (pädagogische Leitung der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande) in der Mensa teil. Im Mittelpunkt stand das Thema „Freiheit – verstanden und missverstanden“, das exemplarisch am berühmten Räuber Schinderhannes und seiner Zeit beleuchtet wurde.
Die Veranstaltung schlug bewusst den Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart: Was bedeutete Freiheit um 1800 – und wie wurde sie instrumentalisiert, verklärt oder missverstanden? Diese Fragen wurden nicht nur theoretisch behandelt, sondern durch eine außergewöhnliche Form der Geschichtsvermittlung greifbar gemacht.

Ein besonderes Highlight war, dass Originalobjekte aus der Zeit der Französischen Revolution und der napoleonischen Epoche direkt an unsere Schule gebracht wurden. Zu sehen waren unter anderem ein Originalband der Schinderhannes-Ermittlungsakten, ein frühes „Wahlplakat“ aus dem Jahr 1793 aus der Zeit der Mainzer Republik sowie weitere authentische Gegenstände aus dem alltäglichen Leben um 1800. Viele dieser Exponate sind einmalig, original erhalten und sonst nicht öffentlich zugänglich.
Die Veranstaltung lebte von der aktiven Beteiligung der Schülerinnen und Schüler: Fragen, Diskussionen und kritisches Nachdenken waren ausdrücklich erwünscht und wurden rege genutzt. Deutlich wurde dabei, wie wichtig historisches Wissen ist, um Mythen, Legenden und politische Deutungen einordnen zu können – damals wie heute.
Die Veranstaltung bot den Lernenden eine eindrucksvolle Gelegenheit, Geschichte nicht nur zu hören oder zu lesen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes zu erleben – und regte dazu an, den Freiheitsbegriff kritisch zu hinterfragen.

von unserer Autorin
Anna-Lisa Klein