Brandenburger Tor, Stasi-Gefängnis und Futurium 


Montag, 15.04: Endlich war es soweit, unsere von langer Hand geplante Klassenfahrt konnte starten. Wir trafen uns um 7.20 Uhr am Hauptbahnhof Idar-Oberstein und nahmen den Regionalexpress nach Frankfurt am Main. Im ICE ging es dann sehr entspannt nach Berlin, wo wir gegen 14.30 Uhr ankamen. Mit insgesamt 47 Leuten (und 47 Koffern) schlugen wir uns mit S-Bahn und Tram durch den Großstadtdschungel zu unserem Hostel durch. Wir bezogen unsere Zimmer und nach einem (leider etwas unterkühlten) Abendessen ging es dann zu einem Abendspaziergang in die Stadt – unverfehlbares Ziel: das Brandenburger Tor.

Der Dienstag führte uns zum ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, wo uns eindrücklich geschildert wurde, wie die Menschen hier systematisch eingeschüchtert, gedemütigt und gefoltert wurden. Am Nachmittag besuchten wir eine Gedenkstätte zur NS-Zeit, die auf dem Gelände der Gestapo-Zentrale erbaut wurde. Danach schwirrten wir los und machten die City rund um den Alexanderplatz unsicher. Abends wurde es bei einer Krimi-Stadtführung noch einmal aufregend: Die abschließende Geschichte über den S-Bahn-Mörder versah die darauffolgende Heimfahrt mit einem gewissen Nervenkitzel.

Mittwochs zog es einen Teil unserer Gruppe ins Spionagemuseum, wo wir Einblicke in die Welt der Spione und Agenten erhielten. Der andere Teil der Gruppe gab sich im Illuseum optischen Täuschungen und Illusionen hin. Am Nachmittag stand der Höhepunkt des Programms an: Ein Planspiel im Bundesrat. Einführend durften wir auf dem Besucherbalkon des Sitzungssaales Platz nehmen und haben live und in Farbe viel über die Aufgaben und Rechte des Bundesrates erfahren. In einem Planspiel stellten wir dann unter der souveränen Leitung von Angelina eine Sitzung des Bundesrates nach und diskutierten einen möglichen sozialen Pflichtdienst, vorgeschlagen von der „Bundesregierung.“ Abends ging es zum Bowling, wo wir auf sieben Bahnen so manchen Strike warfen – oder eben nicht.

Im Futurium gingen wir am Donnerstag der Frage nach, wie wir Menschen in Zukunft leben möchten. Hier war ein breites Spektrum an Themengebieten vertreten, in deren Fokus Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und soziale Gerechtigkeit standen. Viele Denkanstöße zum Umgang des Menschen mit seiner Zukunft konnten wir mitnehmen: vom Roboterhaustier für die Altenpflege über In-Vitro-Fleischproduktion bis hin zur Frage nach zukünftigen Baustoffen für nachhaltige Gebäude. Nachmittags war dann Action im MyJump Berlin-Mitte angesagt: 90 Minuten Sprungzeit mit jeder Menge Salti, Spaß und tiefen Schnitzelgruben zum Auspowern.

„6.30 Zimmerkontrolle“ war die Ansage für den Freitagmorgen. Trotz der mittlerweile vorhandenen Routine bei der Benutzung der Öffis mussten wir einen guten Zeitpuffer einplanen, um mit unseren 47 Leutchen (und 47 Koffern – nein, es waren nun 48) rechtzeitig um 9 Uhr unseren ICE zu bekommen. Die Fahrt war seeeehr ruhig…zwischenzeitlich hatten wir Sorge, unseren Anschlusszug in FFM zu verpassen, aber letzten Endes klappte auch dieser Umstieg reibungslos und wir kamen wie geplant in Idar-Oberstein an. 

von unserer Autorin
Natalie Günter-Weschenfelder