Lost Places in Blau: Geheimnisvolle Orte im neuen Licht


Hinter dem faszinierenden Projekttitel „Lost Places in Blau“ verbarg sich eine spannende Mischung aus Erkundungstour und historischer Fotokunst. Die Schülerinnen und Schüler machten sich auf die Suche nach verborgenen Ecken der Schule, die man im normalen Schulalltag eigentlich nie zu Gesicht bekommt.

Ausgerüstet mit Kameras ging es auf Entdeckungstour zu schulinternen „Lost Places“. Ob der verwinkelte Heizungskeller oder der tiefe Aufzugsschacht – die Jugendlichen fingen diese geheimen Orte in eindrucksvollen Bildern ein. Doch das Fotografieren war erst der Anfang, denn im Anschluss wurden die Bilder mit einer ganz besonderen, historischen Technik namens Cyanotypie (Blaudruck) weiterverarbeitet.

Der Herstellungsprozess erforderte viel Fingerspitzengefühl und Geduld: Zunächst musste eine spezielle Eisenpaste – eine lichtempfindliche Flüssigkeit – bei absoluter Dunkelheit gleichmäßig auf Papier aufgestrichen werden. Parallel dazu wurden die digitalen Fotos der geheimen Schulorte am Computer invertiert, also in ein Negativ umgewandelt, und auf Folien ausgedruckt. Diese Folien wurden dann präzise auf das vorbereitete Papier gelegt.

Der magische Moment passierte schließlich im Freien: Für etwa zehn Minuten wurden die Konstruktionen in die Sonne gelegt. Durch das UV-Licht reagierte die Flüssigkeit, und wie durch Zauberei entstand als Endergebnis ein wunderschönes, tiefblaues Bild der erkundeten Orte. Das Projekt war ein voller Erfolg und zeigte, wie viel Kunst und Chemie in der Fotografie stecken können.

von unseren Autoren
Johanna Böttcher, Marjan Tawakkoli und Eda Hyuseinova