Es matcht einfach zwischen uns, in Europa, wenn man will


Wenn es passt, dann passt es einfach. Zu Neudeutsch: Es matcht zwischen uns und den Rumänen, und das auf ganzer Linien. Die anfängliche Scheu vom Morgen ist am Nachmittag wie verflogen. Weit länger als erwartet trieben sich die gemischten Grüppchen in Hermannstadt umher. Sicher gab es Ecken zu entdecken, die unter den rumänischen Schülern als Geheimtipps gehandelt werden. Egal ob das beste Eis der Stadt, der kühlste Park bei der sommerlichen Hitze oder die beeindruckendsten Gebäude der Stadt. Zufrieden und müde waren zumindest unsere Göttenbacher am Ende des Tages, der am Morgen auch die ein oder andere Überraschung bereithielt.

Eine davon war sicher die nähere Umschreibung unseres Exkursionsthemas, das in Rumänien so einiges an Zündstoff bereithält. Denn wir wollen uns im weiteren Verlauf den Urwäldern Rumäniens zuwenden, die in Europa als einzigartig gelten und daher als schützenswert betrachtet werden. Angela Schumacher umriss in einem kurzen einstimmenden Vortrag das Thema, bevor ich auf das heikle Problem der Urwaldabholzung sowie der Holzmaffia hinweise. Kein einfaches Thema, das in Rumänien politisch sehr belastet ist. Daher entstanden bei den Schülern automatisch Fragen, die wir morgen mit einem absoluten Waldexperten besprechen wollen. Also schrieben die Schüler ihre Fragen auf Post-Its nieder, sodass wir darauf zurückgreifen können.

Überraschung zwei ist dann zugleich eine Ehre für uns. Wir dürfen als erste deutsche Schule bei der Verleihung des Deutschen Sprachdiploms in Muttersprachniveau am Päda teilnehmen, wobei uns einige bekannte Gesichter unseres letzten Austauschs als Absolventinnen und Absolventen unter den Geehrten begegnen. Der extra für den Anlass einstudierte rumänische Volkstanz begeistert dabei nicht nur uns und sorgt für großen Beifall. Ein paar nette Worte tauschen wir mit der entsandten Vertreterin der deutsch-rumänischen Konsulats aus, bevor wir eine Führung durch das frisch sanierte Schulgebäude bekommen. Beim letzten Mal fehlten noch die Fenster, Hämmer und Meissel waren zu hören und die halbe Schülerschaft war ausgelagert. Völlig anders das Bild heute! Eine bunte, weltoffene, kunst- und kulturbegeisterte Stimmung ist auf den Fluren zu erkennen. Freundliche Menschen begegnen uns, laden uns in ihren Unterricht ein und sind interessiert an dem was wir in Hermannstadt so machen.

Am Nachmittag tigerten die deutsch-rumänischen Schülergruppen dann durch (das viel zu heiße) Sibiu, wo die schönsten Ecken erkundet wurden und das beste Eis der Stadt den Gaumen kühlte. "Mir gefiel heute besonders, wie offenherzig wir empfangen wurden und wir uns im Laufe des Tages immer besser verstanden haben - es hat gematcht", fasste Lea den Tag am Abend zusammen, den wir gemeinsam mit Jan, einem Päda-Schüler in Radu Hof ausklingen lassen. Der hat seinerseits schon wieder so einige Pläne mit uns, die wir aber erst erfahren, wenn er sie ganz "Radu-like" in die Tat umsetzt. Wer weiß, was sich der Teufelskerl an Herbergsvater schon wieder für uns hat einfallen lassen... . 

von unserem Blogger
Frederick Fisher