Gemeinschaft lebt von gemeinsamen Momenten


Okay okay..., ich gebe zu, die letzten Tage war verdammt anstrengend und lang. Da prasselt so einiges an Eindrücken auf einen ein und man hat eigentlich einen absoluten Overload an Kultur, Information und sozialen Kontakten. Aber wie so oft überschlagen sich am Ende einer solchen Reise die Ereignisse, selbst wenn man alles noch so gut plant. Gut, dass wir heute mal bissel ausspannen. Maximilian ist sogar so fertig, dass er sich auf einem Bürostuhl im Hostel am helllichten Tag ein Nickerchen gönnt.

Aber wie gestaltet sich so ein Lazy Sunday in einer Stadt wie Sibiu, die praktisch immer und überall etwas zu bieten hat? Das fällt uns doch allgemein recht schwer, weshalb ich das Wort "lazy" für uns in einem verspäteten Frühstück und einer freien Programmgestaltung für alle definieren würde. Aber außer dem verspäteten Frühstück ist dann "lazy" schon vorbei.

Was steht an? Was machen Sie heute Herr Fisher? Hat jemand mit den Rumänen einen Treffpunkt abgemacht? Fragen über Fragen, die uns zunächst mal mehr oder weniger vollständig und gemeinsam in die Stadt auf den großen Ring führen. Dort ist mal wieder richtig was los. Der Sibiu-Marathon läuft an diesem Wochenende. Der Start der Erwachsenen war am Samstag; heute am Sonntag laufen die Kinder für einen guten Zweck. Deshalb ist dort richtig was geboten und ich lasse mich einfach in dem Treiben mal fallen und schaue zu, wie motiviert die Kinder in unterschiedlichen Altersklassen an den Start gehen und von einer lautstarken Zuschauermenge angefeuert werden.  Aber war da nicht was mit der "Social Battery"?

Also gehe ich raus aus dem Trubel und verkrieche mich beim aufkommenden Regenschauer in die Promenade (die Mall in der Innenstadt). Ich schlendere so an den Geschäften vorbei und vergesse dabei fast völlig, dass heute Sonntag ist! Alle Geschäfte haben geöffnet - es ist ein ganz normaler Einkaufstag in Rumänien, denn hier kennt man nur an den allerhöchsten religiösen Feiertagen, wenn überhaupt, so etwas wie einen Ruhetag. 

Gegen 17:00h dann eine Nachricht in unsere WhatsApp-Gruppe: Radu grillt für uns! Ich kenne es von meinen letzten Besuchen hier: Wenn Radu lädt, dann wird es immer gut. Genau das ist, was mir heute irgendwie gefehlt hat. Also eile ich durch die Stadt zurück nach Hammersdorf, wo Radu schon im Innenhof des Hostels fleißig schnippelt. Frische Tomaten, Zwiebeln und allerlei, was man zu einem guten Burger braucht. Das freut uns irgendwie alle, denn die Geschichten über Abende mit Radu sind unsererseits legendär. Da verweise ich gerne mal auf den Blog unserer letzten Rumänien-Exkursion

Kurzum schmeißt Radu die Patties auf den Grill und wir verdrücken alle mehr als nur einen Burger. Satt und zufrieden ziehen wir uns bei einem aufkommenden Schauer in Radu Hostel-Kellerbar, wo Mia und Ben den DJ geben und wir so nach und nach in Partystimmung kommen, bis es niemanden mehr auf seinen Plätzen hält. Wild tanzen wir zu Partyklassikern und gröhlen uns eine heisere Stimme. Als dann noch Arne um kurz nach 23:00 Uhr die Tür reinplatzt, spielen die Strapazen der vergangenen Tage keine Rolle mehr und die Uhr wird mit Blick auf den kommenden Tag immer egaler. Um ehrlich zu sein, muss ich die Bilder dieses Tages- oder Nachabschnittes unter strenger Geheimhaltung halten. Oder wie es Radu so schön sagte: "Was in Sibiu passiert, das bleibt in Sibiu". 

Arne ist einer der Teilnehmer unserer ersten E+ Exkursion nach Rumänien. Er hat sich damals Hals über Kopf in das siebenbergische Rumänien verliebt. Er war seither schon öfter hier und wird jetzt ein dreimonatiges Sozialpraktikum in Holzmengen beginnen, wofür wir ihm nur das Beste wünschen.

Das wünsche ich mir persönlich um 3:17h auch, als ich aus Radus Kellerbar gen Bett marschiere im Wissen darum, dass morgen bzw. heute nochmal der Gehirnschmalz aller gefragt ist, wenn es darum geht die Lernprodukte unserer Exkursion zusammenzuschnüren und abzuschließen. Es bleibt also spannend bis zum Schluss... .

von unserem Blogger
Frederick Fisher