Auf unserer Obstwiese steht seit letztem Jahr ein kleiner unauffälliger Holzkasten, der es in sich hat: es ist eine Nisthilfe für Wildbienen, bestehend aus zehn Platten, die einzeln herausnehmbar sind, so dass man in die Niströhren hineinschauen kann. Mauerbienen, Scherenbienen, Löcherbienen sind so genannte Solitärbienen, die einzeln und nicht in einem Staat wie die Honigbienen leben. Ein Weibchen baut in einer Röhre eine Brutzelle, legt ein Ei hinein und Pollen als Futter für die Larven und verschließt dann diese Kammer mit Lehm, Harz oder Blattstückchen. Dann wird die nächste gebaut, so dass am Ende in einer Röhre bis zu 20 Kammern hintereinander liegen.
Die Nisthilfe haben wir von der AG Didaktik der Biologie der Universität Mainz bekommen, verbunden mit einem Auftrag: Ab April sollen alle zwei Wochen alle Platten fotografiert sowie alle Eier, Larven, Kokons und Nistverschlüsse gezählt werden. Dieses Monitoring haben im Wechsel gleich mehrere Gruppen übernommen: die Natur-AG, die Klasse 10b mit Frau Petry und der Bio Lk 11 mit Frau Schumacher. Die erhobenen Daten werden an die Uni Mainz übermittelt und dort ausgewertet.
Die jungen Forscher waren völlig fasziniert von den Einblicken in eine sonst verborgene Welt. Wenn sogar eine Wildbiene im Gang bei der Arbeit zu beobachten war oder manche Kammern ganz offensichtlich von anderen Bewohnern wie Taufliegen, Grab- oder Goldwespen übernommen worden waren, hat dies besonders Begeisterung hervorgerufen.
So leisten wir am Göttenbach-Gymnasium einen Beitrag zur Wildbienenforschung in Rheinland-Pfalz. Nach den Sommerferien geht es weiter.
von unserer Autorin
Angela Schumacher



